Berlin: Neubau immer teurer

Eigentlich ein alter Hut: Neugebaute Wohnungen rangieren oft im oberen Preissegment der städtischen Wohnungsmärkte. Für Berlin wird dieser Trend durch eine aktuelle Studie der BulwienGesa AG bestätigt. Eine Studie „Der Markt für Projektentwicklungen in den deutschen A-Städten 2010“ gibt neben den Immobilienmarktentwicklungen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Stuttgart auch Auskunft über die aktuellen Trends in Berlin. Die Berliner Zeitung fasste die Ergebnisse zusammen: Wo die Mieten am schnellsten steigen.

Im Stadtteil Prenzlauer Berg sind die Mietpreise für Neubau-Wohnimmobilien zwischen 2003 und 2009 um 43 Prozent gestiegen – so stark wie nirgendwo sonst in Berlin. (…) Auch die Preise für neue Eigentumswohnungen sind in einigen zentral gelegenen Stadtteilen deutlich in die Höhe geschnellt. Mit Abstand an der Spitze: Kreuzberg mit 30 und Schöneberg mit 28 Prozent Kostenanstieg.

Passend dazu auch ein Bericht im Tagesspiegel zu aktuellen Bauprojekten im Hochpreissegment: Der Krise zum Trotz: Teuer geht immer.

Vor allem in den östlichen Innenstadtbezirken, aber auch in ausgesuchten Lagen von Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz- Zehlendorf, Schöneberg und Kreuzberg „ergeben sich für Projektentwickler enorme Vermarktungspotenziale“, sagt André Adami vom Marktforschungsinstitut BulwienGesa. Adami untersuchte im Auftrag von Diamona & Harnisch den Markt der gehobenen Neubauwohnungen und stellte fest, dass derzeit allein im Alt-Bezirk Mitte knapp 800 Eigentumswohnungen im Preissegment von über 3000 Euro pro Quadratmeter in Bau und weitere 1000 in Planung sind.

Konkret benannt werden Projekte wie:

  • Choriner Höfe (Investorengemeinschaft Diamona & Harnisch, Fertigstellung von 126 Wohnungen 2011, Durchschnittspreis 3.600 Euro/qm, zwei Drittel bereits verkauft)
  • Quartier Winterfeldt in Schöneberg (Ziegert Bank- und Immobilienconsulting, 36 Wohnungen, Durchschnittspreis 3.900 Euro/qm, fast alle verkauft)
  • Pestalozzistraße (Investor Sergey Gladkov, 40 Wohnungen, Durchschnittspreis 3.500 Euro/qm, Verkaufsstart)

Der Trend zu teuren Eigentumswohnungen im Neubau zeigt, wie begrenzt die pauschale Forderung nach mehr Wohnungsbau zur Entlastung der steigenden Nachfrage ist. Insbesondere in den Innenstadtbezirken, sind es ja vor allem preiswerte Wohngelegenheiten, die fehlen. Die prestigeträchtigen Neubauprojekte stehen trotz relativ begrenzter Anzahl für eine weitere Etappe der Aufwertung in den bereits gentrifizierten Gebieten. Diese symbolische Funktion der Bauprojekte wird vielfach von Stadtteilinitiativen aufgegriffen, auf die auch der Tagesspiegel in seinem Bericht verweist:

Auch zahlreiche weitere gehobene Wohnungsprojekte nehmen derzeit in Berlin Gestalt an – und provozieren nicht selten Proteste von Nachbarn, die steigende Mieten und Verdrängung befürchten.

2 Gedanken zu „Berlin: Neubau immer teurer

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